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Forschungsinteressen

  1. Populationsdifferenzierung und Artbildung
  2. Klonale Reproduktion
  3. Adaptation und Interaktion
  4. Artenschutz

Ich verwende molekulare Methoden in Kombination mit ökologischen Experimenten und Verhaltensuntersuchungen und arbeite mit verschiedenen Modellsystemen:

 

Amazonenmollies - Poecilia formosa

Der Amazonenmolly, Poecilia formosa, ist mein wichtigstes Modellsystem zur Untersuchung der Entstehung und Beibehaltung klonaler Reproduktion. P. formosa ist eine rein weibliche Hybridart, die sich gynogenetisch fortpflanzt, d.h. die Weibchen produzieren unreduzierte Eizellen, benötigen aber Spermien einer nah verwandten Art, um die Eientwicklung zu starten. In der Eizelle wird das männliche genetische Material inaktiviert und abgebaut und trägt nicht zum Genotyp der Nachkommen bei (echte Klone). Von klonalen Tieren wird im Allgemeinen angenommen, dass sie wenig anpassungsfähig und evolutionär eher junge Arten sind. Für Amazonenmollies ist aber bekannt, dass sie ökologisch erfolgreich und deutlich älter sind als erwartet. Mich interessiert, wie klonale Arten in einer sich schnell verändernden Umwelt überleben und wie sie mit nah verwandten sexuellen Arten konkurrieren können.

Korallen und Symbionten

Tropische Korallenriffe gehören zu den diversesten und wirtschaftlich wichtigsten Ökosystemen sind aber derzeit stark gefährdet. Vor allem der Mensch ändert direkt oder indirekt viele Umweltparameter, die für das Überleben der Korallen von Bedeutung sind. Das Potential sich an diese Veränderungen der Umwelt anzupassen basiert auf genetischer Variabilität. Wir untersuchen deshalb an verschiedenen riffbildenden Korallenarten die genetische Diversität auf unterschiedlichen Ebenen (zwischen und innerhalb von Arten, Populationen, Individuen). Ausserdem erforschen wir (Re)Kolonisation und Genfluss zwischen Populationen, kryptische Arten und Verbreitungsmuster. Neben den Korallen untersuchen wir auch ihre symbiontischen Algen, die beim Überleben der Kolonien eine wichtige Rolle spielen.

Daphnia pulex

Da Daphnien zwischen sexueller und klonaler Reproduktion wechseln können, sind sie interessante Modelle, um die Vor- und Nachteile klonaler Reproduktion und die Anpassungsfähigkeit klonaler Organismen zu testen. Wir untersuchen Faktoren (vor allem Räuberdruck und den Einfluss von CO2), die die genotypische Variabilität von natürlichen und künstlichen Daphnienpopulationen beeinflussen.

Arten/Naturschutz

In jüngerer Zeit werden molekulare Methoden auch vermehrt im Natur- und Artenschutz eingesetzt. In Zusammenarbeit mit Gutachterbüros weisen wir molekular die Anwesenheit geschützter Arten (z.B. Wildkatze) nach. Wir untersuchen die Herkunft (wieder) eingewanderter Fischarten und beraten Wiederansiedlungsprojekte. Neben DNA Nachweisen aus Gewebeproben, Haaren, Federn oder Dung verwenden wir auch eDNA Protokolle z.B. zum Nachweis Kammmolchen in Gewässern.